Montag, 2. Januar 2017

Herbstsaison - Ein Rückblick


Ein Jahr ist vorbei, die Hälfte der laufenden Saison ist ausgespielt. Ein wenig Zeit um einen Rückblick zu halten. Nicht nur aus sportlicher Sicht sondern auch mit den Augen der Fans. Jahrelang (um nicht zu sagen Jahrzehntelang) waren wir Fans einfach „nur da“, ein fixer Bestandteil der Favoritner Folklore die mit Fahnen, Transparenten und Gesängen bei jedem Spiel mitfieberten, aber ansonsten nur am Rande im Vereinsleben eingebunden waren. Gut, wir waren da wenn wieder einmal die Bänke gestrichen werden mussten, der Rasen gegrädert wurde oder wir um finanzielle Unterstützung für den Nachwuchs gebeten wurden, eine eigene Meinung zum Vereinsgeschehen wurde uns zwar zugestanden – aber nur solange wir sie für uns behalten und maximal im kleinen Kreis besprochen haben. „Ein Fan hat den Verein zu unterstützen und ansonsten alles mitzutragen“ war ein legendärer Ausspruch eines hohen Vereinsverantwortlichen der auch heute noch im Verein tätig ist. Nur: das waren wir nie.



Mit der Zeit hatten wir uns damit arrangiert, dass wir – unabhängig vom Ergebnis, unabhängig von der Liga – die einzige Konstante am Platz waren und damit auch ein ganz eigenes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt, das durch niemanden zerstört werden konnte. Damit haben wir uns aber auch – so ehrlich muss man sein – vom Vereinsgeschehen selber abgeschottet, haben das was „die da oben“ machen nur mehr am Rande mitbekommen und es war uns auch großteils egal. Wir waren ja immer da.



Nun hat sich in den letzten einheinhalb Jahren einiges geändert. Ein neuer Obmann ist gekommen, die Kantine gehört wieder dem Verein und wir spielen echt guten Fussball.



Dann kamen die ersten Testspiele. Parndorf. 1980, Melk, Süssenbrunn, alle Spiele wurden diesmal besucht, überall hatten wir unseren Spass und konnten guten Fussball sehen. Legendär die Fahrt nach Parndorf, wo die ortsansässigen Zuseher geradezu geschockt darüber waren, dass Fans mitkamen, die Transparente mitnahmen und sangen. Und Bier tranken. Dafür verlangten sie 8 EURO, „weil wir ja den Schiri zahlen müssen“. Eh. Eigentlich müssten sich die Parndorfer für ihre Leistung schämen, eine Woche vor Start der RLO von einem Stadtlegisten, der zum damaligen Zeitpunkt gerade mal eine Woche im Trainig war, über 70 Minuten vorgeführt zu werden. Aber gut, Parndorf ist derzeit sechster in der RLO mit zehn Punkten Rückstand auf Leader Austria Amateure und der FAVAC ist derzeit sechster in der Wiener Liga mit elf Punkten Rückstand auf den aserbaidschanischen Vertreter in der Stadtliga, FC Karabakh.



Melk auswärts war mit die beste Fahrt unter den Vorbereitungsspielen. Zwar konnten wir nicht im Stadion von Melk spielen (durch einen Einbruch entstand ein Wasserschaden im Vereinsgebäude) dafür durften wir eine unglaubliche Gastfreundschaft in Maria Laach kennenlernen. Der SV Jauerling nahm uns mehr als gastlich auf und wir dankten es ihm durch den Konsum von viel gutem Bier und guter Laune. Einen Riesendank an die Organisatoren beider Vereine.



Aber auch die anderen Spiele machten Spass, Süssenbrunn ist da noch hervorzuheben, da waren wir bei alten Freunden und fraßen ihnen die Cevapi weg. Alex Rakowits und seine Mannen bemühten sich nach Kräften, uns abzufüllen und es gelang auch ganz gut. Goran Miladinovic zauberte auch und so endete dieses Spiel leistungsgerecht und freundschaftlich mit 1-1. Nach Süssenbrunn sollten wir übrigens im Oktober auch noch mal kommen um uns ein TOTO-Cupspiel gegen die Red Star anzusehen.



Dann kam die Meisterschaft und schon in der zweiten Runde mussten wir eine schwere Verletzung von Haris Mehic hinnehmen, der sich beim Auswärtsspiel von Elektra nach einer Attacke (für die es noch nicht einmal einen Strafstoß gab) alle Bänder sowie den Knöchel brach und 40 Minuten auf die Rettung wartete. Daraufhin war unsere Innenverteidigung – nicht nur für dieses Spiel – zerstört und wir ließen wertvolle Punkte liegen. Doch gegen Karabakh zeigte die Mannschaft auf und schoss den haushohen Titelkandidaten nicht nur den ersten Treffer in der laufenden Meisterschaft sondern knöpfte ihm damit auch einen Punkt ab. Davor gab es eine Galavorstellung am Union Mauer Platz, wo wir auswärts mit 7-3 gewannen.



Fantechnisch war der Herbst einer der besten in den letzten Jahren. Bei zwei Spielen konnten wir sogar – man möge vielleicht daüber schmunzeln, es dann aber bitte besser machen – die 50 Mann-Marke überschreiten und damit unserer Mannschaft einen riesigen Rückhalt gegeben. Es gab allerdings auch Spiele, bei denen wir nur mit einigen, wenigen Fans vor Ort waren – zwar mehr als die Gastmannschaften zu uns bringen aber trotzdem unbefriedigend. Ein Highligt war sicher das Stelzenfressen am Platz, wo 20 hungrige FAVAC-Fans einigen Schweinderln die Haxen abkauten. Auswärts gab es nach unseren Besuchen den einen oder anderen Platz, der danach Bier nachbestellen musste. Aber was solls, darum sind wir ja auch da. Helft der lokalen Schankwirtschaft !



Fussballerisch sind die zwei Derbyniederlagen ärgerlich, vor allem die bei den blauweissen Ziegelteichtauchern die vollkommen unnötig war. Dafür war der Auswärtssieg bei Simmering und Ostbahn XI doch sehr erfreulich, zeigte er doch wer die rotschwarze Nummer Eins in Wien ist. Darüber hinaus belohnten wir uns noch mit einer Oldtimertramwayfahrt nach Simmering, die sich regen Zuspruchs von 30 FAVAC-Fans erfreute. Inklusive Kantinenleersaufen mit guten Freunden.



Auch der TOTO Cup hatte es in sich, am Nationalfeiertag siegten wir bei – wie heisst der Verein noch mal – in Mordor (Spaß) wobei die Elite ein netter Haufen ist bei dem es sich gut trinken lässt. Vielleicht schaffen die Jungs es ja mal, weiter oben zu spielen. Die anschliessende Fahrt nach Süssenbrunn zu deren TOTO-Cup Spiel gegen Red Star ist nur noch Legende und wir schweigen uns hier besser darüber aus. Ebenso über den Gerasdorfüberfall der auch nur noch kultig genannt werden konnte.  .



Die Weihnachtsfeiern sowie das immer regelmässiger auftretende gemütliche Beisammenseinn in der Kantine muss auch noch dankend erwähnt werden, da haben wir endlich wieder eine „Stammhüttn“ die wir so lange vermisst haben. Auch wenn es manchmal etwas zu gemütlich wurde.



Das allerletzte war der Hallenauftritt in der Hopsagasse wo wir erneut gegen unsere rotschwarzen Konkurrenten spielen durften und beide nach allen Regeln der Kunst zerlegten – also am Parkett natürlich nur. Leider ist diese Veranstaltung wieder einmal nicht allzu gut beworben worden, was vollkommen schade ist, weil sich diese Halle wie keine zweite für ein Turnier eignet. Anyway, wir waren dort und haben sie siegen gesehen. Über den Rest des Tages wollen wir schweigen, er war ein bisserl anstrengend.


In diesem Sinne hoffe ich auf weiteren regen Besuch, bedanke mich bei allen die dafür gesorgt haben und hoffe auf ein Wiedersehen in der Stadthalle.

Achja noch was: Groundhopper sind bei uns nach wie vor nicht willkommen, hoffentlich habt ihr Klappspaten das jetzt langsam mal kapiert und sucht euch eine andere Mannschaft deren Fans ihr mit euren Kameras belästigen könnt !